Dawson City

08.08.2022 – 10.08.22

Bevor es nach Alaska geht, sind wir noch 2 Tage in Dawson City, der einstigen Hauptstadt Yukons. Der Goldrausch führte am Ende des 19. Jahrhunderts unzählige Glücksritter an die Ufer des Yukon und Klondike. Die Stadt sieht in weiten Teilen noch so wie früher aus. Einiges scheint dem Verfall preisgegeben zu sein,

aber etliche Gebäude sind liebevoll renoviert oder im alten Stil erbaut, um den Flair der Goldgräbermetropole zu vermitteln. Wir mieten uns auf dem Goldrush Campground mitten in der Stadt ein, wo sonst? Zwischen den Monstertrucks mit ihren Sattelaufleger-Wohnungen sehen wir wie ein Womozwerg aus.

Bei einem Bummel durch die überschaubare Stadt fühlen wir uns tatsächlich ein wenig in die Vergangenheit versetzt.

Ein großer Raddampfer ist am Ufer des Yukon aufgebaut und ein Fußweg führt daran entlang mit vielen Schautafeln und interessanten Informationen.

Im gut ausgestattetem Informationszentrum kann man noch mehr zur Geschichte Dawsons und des Goldrausches im Allgemeinen erfahren. Hier werden auch Pfannen zum Gold waschen ausgeliehen, es gibt Claims, auf denen sich jeder auf eigene Faust auf die Suche nach den Nuggets machen kann.

Wir haben keine Ahnung, wie man ans Gold kommt und schließen uns einer geführten Tour an. Mit dem Bus geht es in das derzeit noch aktive Abbaugebiet. Am Straßenrand sind riesige Steinberge zu sehen, die Hinterlassenschaft der monströsen Maschinen, die sich durch die Landschaft fräsen. Mit der Schaufel in der Hand sucht heute keiner mehr nach Gold.

Wie der Guide uns erzählt, ist diese Art der Ausbeutung heute nicht mehr gestattet, die Miner müssen die zurückgebliebenen Steine wieder in die gegrabenen Löcher versenken und die ausgehobene Erde wieder darüber schütten Auf diese Art bildet sich innerhalb einiger Jahre die Landschaft wieder zurück und natürlicher Lebensraum für Tiere und Pflanzen entsteht wieder.

Wir besichtigen einen aktiven Claim und staunen über die riesigen Maschinen, die sich systematisch die Erde einverleiben, die größten Steine werden aussortiert und nach und nach auch alle kleineren.

Der Rest wird gewaschen, bis das Gold übrig bleibt. Es sind kleine unscheinbare Blättchen und Körnchen, aber die Menge machts… Große Nuggets sind sehr selten und würden auch mit den Steinen beim Vorsortieren durch das Raster fallen und auf der Abraumhalde landen.

In einem alten Blockhaus, das heute zum Teil eine Art kleines Museum ist: Alte Gerätschaften, Gebrauchsgegenstände und Fotos sind ausgestellt und allerhand Mammutknochen und ein Stoßzahn, die beim Schürfen ans Tageslicht gekommen sind, gut konserviert im Permafrostboden, liegen herum.

Der Guide erklärt uns, wie heute die Claims erworben werden können: Jeder darf eine kleine Anzahl von Claims pro Jahr mieten, das Land bleibt im Besitz der Gemeinde oder der First Nation People. Die Grenzen werden auch heute noch mit Holzpfählen markiert, auf denen die Lage und der jeweilige Besitzer zu erkennen ist. Man benötigt ein großes Startkapital, um die Maschinen und das Equipment zu beschaffen, aber im Prinzip kann jede*r ein Miner werden.

Zum Schluss wird es spannend, wir versuchen uns selbst als Goldwäscher. Jeder bekommt eine Schale mit Erde und einem Rest kleiner Steinchen und versucht nun durch rütteln und immer wieder spülen die Erde vom Gold zu trennen. Gar nicht so einfach, aber irgendwann sieht man, wenn mann Glück hat, einige kleine goldene Punkte am Rand auftauchen. Sie werden sorgfältig aufgenommen und in bereitgestellte Glasröhrchen versenkt. Reich sind wir nicht geworden, aber es hat richtig Spaß gemacht!

Abends geht es weiter mit dem Vergnügen, wir besuchen „Diamond Tooth Gerties Gambling Hall“ , die auch wieder im Stil der alten Zeit eingerichtet ist, allerdings haben sich auch ein paar moderne Spielautomaten eingeschlichen.

Zwischendurch werden wir mit einer Can Can Show und Diamond Tooth Gerties musikalischer Darbietung unterhalten. Ich finds super, wir amüsieren uns prächtig, genießen ein paar Cocktails und ich lasse mich sogar noch zu einem Foto mit Gertie und ihren Girls hinreißen. Natürlich muss ich die Spielautomaten ausprobieren und verspiele das ganze Gold, was ich am Tag geschürft habe – wie in alten Zeiten…

3 Kommentare zu „Dawson City

  1. Mensch, Martina, das war wieder ein lebhafter und interessanter Bericht. Gold graben (schürfen) und es dann gleich verspielen… wie in altern Zeiten. Super interessant. Ist wirklich erstaunlich, wie eine offensichtliche prägende Epoche immer noch ihre Spuren und aktuelle Akzente setzt. Ganz großes Kino, wenn ich das so sagen darf. Vielen Dank!

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  2. Das fällt mir gerade noch ein… Eurer Fahrzeug/Mobil home ist vielleicht in Kanada ein Zwerg… aber sonstwo auf der Welt macht es richtig was her… ich kann mir die Größen in Nordamerika gut vorstellen, habe ich doch 3.5 Jahre auch mal in Oklahoma gelebt. Viel Spass und Erfolg sowie eine weiterhin Gute Reise! Ich freu mich immer total über Eure neuen Berichte.

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  3. Vielen Dank Matthias, Feedback tut immer gut, steckt doch viel Aufwand im der Pflege des Blogs. Gruß in die Heimat 😎👋

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