18.05.2024 – 27.05.2024
Die Weiterfahrt führt uns nach Süden durchs Gebirge mit 3.800 m hohen Pässen. Die Lastwagen quälen sich die Berge hoch und werden halsbrecherisch überholt.
In Qingshizui übernachten wir an einem wunderschönen Platz am Fluss.







Unterwegs auf dem nächsten Pass (3.800 m) fängt es an zu schneien und hüllt die Berge in grauweißes Licht.





In Datong fahren wir auf die Autobahn und später an Xining (Hauptstadt der Provinz mit 2,4 Millionen Einwohnern) vorbei, von der wir natürlich noch nie etwas gehört haben, wie von ganz vielen Großstädten von denen es eine Menge in China gibt!
Den Rest der Strecke fahren wir auf Landstraßen zum Teil einspurig durch tolle Landschaft: rote Felsen, mit hunderten von bewirtschafteten Terrassen.





Unterwegs auf der Suche nach Trinkwasser dürfen wir an einem Haus die private Trinkwassereitung benutzen. Eine interessante Konstruktion: In einem tiefen Schacht ist ein Schlauch mit Spritzpistole versenkt, der bei Bedarf herauf geholt wird. Eine Schutzmassnahme wegen des Frostes im Winter.





Wir erreichen den Gelben Fluss und die unglaubliche Kulisse, die ihn umgibt. Steil aufragende, braunrote Wände, zum Teil fingerartig in den Himmel weisend – überwältigend!







Auf dem Weg zur Besichtigung der Bingling Tempelanlage muss Walter umdrehen, er hat starke Schmerzen und kann kaum noch laufen.
Ich mache die Besichtigung daher allein mit Yinchou und einer Fremdenführerin, die alles auf Englisch erklärt. Der Bingling-Tempel ist die Bezeichnung für das gesamte Areal. Es gibt wieder viele in die Felswand geschlagene Nischen, die allerdings nicht betreten werden können da sie schlicht zu klein sind. Entstanden sind sie im 3. – 15. Jahrhundert n.Chr. und ausgestattet mit prächtigen Wandmalereien und Statuen.










Am Ende der Grotten befindet sich eine 27 m hohe Buddha Statue, deren oberer Teil aus dem Fels geschlagen wurde. Der untere Teil besteht aus Stroh, umgeben von Lehm und muss von Zeit zu Zeit restauriert werden. Hier darf überall fotografiert werden!!!!





Walter geht es auch am nächsten Tag nicht besser, Laufen und Stehen geht gar nicht, aber Autofahren klappt mit Schmerztabletten.
Auf dem Weg nach Gahai fahren wir entlang des Gelben Flusses und machen einen Fotostopp an der monumentalen Brücke.






Der Campingplatz am See, auf den wir uns gefreut hatten, entpuppt sich als ein umzäunter, betonierter Parkplatz. Der Zugang zum See ist zwar im Preis inbegriffen, aber schön ist das nicht.





Die Landschaft hat sich total geändert, wir fahren nun durch wunderschönes, satt grünes Grasland, mit tausenden von Yaks, die hier grasen. Manchmal laufen sie auch unvermittelt auf die Straße, man muss gut aufpassen! Natürlich probieren wir auch das Yakfleisch – schmeckt gut!





Am frühen Nachmittag sind wir in Huanglong und wir 3 Frauen machen uns auf zu einer Tour zu den Sinterterrassen (Walter kann wegen seiner Schmerzen nicht laufen). Mit der Gondelbahn geht es ein Stück den Berg hoch, auf ca. 3.500 m Höhe. Bis zu den Sinterterrassen müssen wir noch ein ganzes Stück laufen. Die Höhe macht mir ganz schön zu schaffen und ich schleiche die letzten 600m die Treppen hoch.









Das Wetter ist super und wir werden mit einer tollen Aussicht auf die strahlend blauen und türkis schimmernden Terrassen und den Tempel belohnt.






Auf dem Rückweg geht es ca. 4 km fast nur mit Stufen bergab (400 Höhenmeter), das ist zwar weniger mühsam als bergauf, aber am Ende macht mir das Knie doch zu schaffen. Der Weg ist gesäumt von weiteren Terrassen, die aber nicht alle mit Wasser gefüllt sind.








Nach 4,5 Stunden und 9,8 km sind wir am Parkplatz angelangt und ich bin ziemlich fertig. Trotz alledem bin ich froh, die Tour mitgemacht zu haben. Es war ein tolles Erlebnis in wundervoller Kulisse!
Am nächsten Morgen fahren wir als erstes in die nächste Stadt ins Krankenhaus. Walter kann immer noch nicht laufen und braucht einen Rollstuhl, um hinein zu kommen. Yinchou erledigt alle Formalitäten und Walter bekommt auch sofort einen Termin bei einem Arzt, der einen Bandscheibenvorfall diagnostiziert und eine Behandlung mit traditioneller chinesischer Medizin vorschlägt. Eine schmerzstillende Spritze lehnt er ab, da diese ja nur kurzzeitig wirksam sei. Also gut, Walter lässt sich darauf ein. Es werden Akupunkturnadeln entlang platziert, die mit einer Stromzufuhr verbunden werden, eine Wärmelampe kommt zum Einsatz und ein Glasgefäß zum Kröpfen.






Walter bekommt noch einen Stützgürtel verschrieben, den er auch gleich anlegt. Die ganze Aktion hat 2 Stunden gedauert und insgesamt 182,00 Yuan (= 23,20 € ) gekostet – ungewohnt günstig für unsere Begriffe! Es ist unglaublich, wie toll uns Yinchou und Jerry unterstützt haben- ohne die beiden wären wir wohl ziemlich hilflos gewesen! Auch unsere Mitreisenden Manu und René waren sehr geduldig und haben auf uns gewartet. Wir fahren noch weiter nach Wolong, wo wir auf dem Parkplatz des Panda Gardens übernachten.





Am nächsten Morgen besichtigen wir den Tierpark. Es ist eine Aufzucht- und Auswilderungsstation mit einer angeschlossenen wissenschaftlichen Abteilung. Ein kleiner Panda ist gerade aus Südkorea eingetroffen, das Fernsehen ist dabei, ein großes Event! China „verleiht“ Pandas in die ganze Welt, die nach ein paar Jahren wieder zurückkehren. Die Pandas sind Sympathieträger und sollen ein Zeichen der Freundschaft zwischen den Ländern sein: Panda Diplomatie…
Es ist gerade Fütterungszeit und der frische Bambus lockt die Pandas ins Freigehege. Der Bambus muss übrigens aus den höher gelegenen Regionen Chinas herangeholt werden, die hier üppig sprießende Bambusart verschmähen sie.
Es ist ein faszinierendes Schauspiel, wie die Pandas sich in ihren Gehegen tummeln, besonders die kleinen sind total niedlich!








Der Garten ist total schön angelegt und hat natürlich auch einen riesigen Souveniershop.





Für uns ist der nächste Stopp das Krankenhausgin Ya´ an, wo Walter eine weitere Behandlung traditioneller chinesischer Medizin bekommt. Wir fahren später noch zu unserem Übernachtungsplatz oberhalb der Stadt an einem buddhistischen Kloster, welches wir am nächsten Morgen besichtigen. Es wird hauptsächlich von Nonnen bewohnt, was außergewöhnlich für buddhistische Klöster ist. Eine sehr schöne, weitläufige Anlage. Überall sind die Bäume mit Wunschbändern behängt – ich kaufe auch welche: eines natürlich für Walter mit der Bitte um Besserung und ein weiteres für meine Freundin mit der gleichen Bitte.
















Wir fahren noch ein zweites Mal zur Behandlung ins Krankenhaus in Ya`an und Walter scheint es danach etwas besser zu gehen. Anschließend schnell noch ein bisschen einkaufen.





Danach geht es durch grandiose Himalaya Kulisse über einen Pass auf 4.300 m. Höhe und später zum Übernachtungsplatz am Fluss.







Am nächsten Tag machen wir zur täglichen Behandlung einen Stopp in Yajiang, einer kleinen Stadt, die sich eng an die sie umgebenden Berge schmiegt und für unsere großen Autos kaum ein Durchkommen ist.
Auf dem Weg nach Litang haben wir plötzlich Probleme mit dem Auto: Der Motor kommt kaum noch aud Touren und wir schleichen mit 5-10 km/h die Berge hoch. Da wir schon für Südamerika den DPF modifiziert hatten, scheint es unwahrscheinlich, dass es daran liegen könnte. Zwei Werkstätten, die sich des Problems annehmen können allerdings nichts feststellen.


Wir fahren also weiter und möglichst hochtourig auch bergab, um gegebenenfalls den Filter wieder frei zu brennen, was tatsächlich funktioniert. Wir können uns wieder richtig an der wundervollen Gebirgslandschaft erfreuen und an dem Pass in 4.700 m Höhe.






Es geht immer weiter südwärts, durch die grandiose Bergwelt des Himalaya. In den Bergen sind immer wieder hübsche Dörfer im tibetischen Stil zu sehen, viele Tempel und die hübschen tibetischen Gebetsfahnen. Das Aufhängen dieser Fahnen soll den Krieg vertreiben und den Frieden auf die Erde bringen.











Einen der Tempel schauen wir uns näher an.











Weiter gehts durch sehr enge Täler mit steil aufragenden Felswänden entlang des Sangmai Rivers. Eine der schönsten und aufregendsten Straßen bislang.










In Shangri `La fährt Walter mit Yinchou ins Krankenhaus zur Behandlung und der Rest der Gruppe erkundet die Altstadt.









Wir besichtigen den Tempel, der mit unglaublich viel Gold ausgestattet ist, aber leider ist auch hier fotografieren verboten. Wir beteiligen uns an den diversen Ritualen, die alle irgendwie Glück bringen sollen: Kleine Zweige verbrennen, eine riesige Gebetstrommel 3x umrunden…










Anschließend fahren wir noch ein Stück weiter zu den White Water Terraces, eine kleine Ausgabe der Sinterterrassen von Huanglong. Es ist unglaublich heiß und wir verzichten auf eine weitere Kraxeltour.



Auf dem Weg nach Lijiang fahren wir an der Tigersprungschlucht vorbei. Die Berge senken senken sich hier um 1.900 m herab.
Es regnet und die Berge um uns sind wolkenverhangen. Ein kurzer Fotostopp an der wirklich beeindruckenden Schlucht genügt uns und wir verzichten darauf, zum Grund der Schlucht hinunterzulaufen um den Stein zu betrachten, der dem Tiger zu einem Sprung über die Schlucht diente.







Schon am späten Vormittag sind wir in Lijian, alles ist perfekt organisiert: Yinchou fährt mit Walter ein letztes Mal ins Krankenhaus, Jerry fährt mit René in die Werkstatt um Reifenprobleme lösen. Manu und ich gehen zum Friseur und anschließend noch durch die bezaubernde Altstadt bummeln.












Obwohl es Walter zunehmend besser geht, traut er es sich nicht zu, mit uns am Abend in die Altstadt zum Essen zu gehen, sehr schade! Wir wählen ein kleines gemütliches Restaurant und speisen vorzüglich. Die Stadt wimmelt von Touristen und in der Dunkelheit entfaltet sie noch einmal einen ganz besonderen Charme. Es gibt Life Musik, unzählige Verkaufsstände mit den exotischsten Angeboten – am krassesten fand ich den bunten Mix aus gebratenen Maden, Skorpionen, Heuschrecken und ähnlichem Getier! Wir können uns kaum satt sehen an dem bunten Treiben und kehren spät am Abend auf den Parkplatz zurück.




















Am nächsten Morgen werden wir überrascht von einer Reihe alter Männer, die mit Vogelkäfigen anrücken und diese samt ihren Bewohnern in die uns umgebenden Bäume hängen. Sehr strange! Sie schauen ziemlich grimmig drein, weil wir offensichtlich ihren angstammten Platz besetzen. Aber wir sind ja schon im Aufbruch begriffen, gehen noch kurz einkaufen auf dem Markt und verlassen dann die tibetische Region in Richtung Osten.






In unserem letzten Teil werden wir Euch von unsere Weiterreise bis zur mongolischen Grenze berichten.

Ganz toll auch, Euer zweiter China-Bericht. Es macht Spass ihn zu lesen. Auch wird mir jetzt klar, wann genau das mit Walter‘s Beschwerden begonnen hat. Gute Besserung! Und weiterhin immer alles Gute für Euch, Eure Freunde und Sleipnir!
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Wie schön von euch zu lesen und vor allem, dass es Walter wieder besser geht! Wir sind gespannt, wie es weiter geht. Lasst es euch gut gehen und bitte mehr aus der Kulinarik – die chinesische Küche in Europa scheint ja nicht sehr authentisch. 😀
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