09. 07.24 – 21.07.24
Die Ausreise aus der Mongolei erfordert ein wenig Geduld, aber verläuft total unproblematisch.
An der russischen Grenze füllen wir zunächst das Immigrationskärtchen aus und dann gehts zur Passkontrolle. Die E-Visa werden kontrolliert und die Beamtin telefoniert mit jemanden und wir werden gebeten, zu warten. Ein Beamter vom Sicherheitsdienst holt uns ab und begleitet uns in ein etwas weiter entferntes Gebäude zu einem Gespräch.
Wir werden über unsere Reisepläne ausgefragt, über unsere Familie, Militärdienst und tatsächlich über unsere Meinung zur Spezialoperation in der Ukraine. Unsere eher neutral gehaltenen Antworten geben keinen Anlass zu weiteren Maßnahmen. Mein Handy wird noch nach Fotos durchsucht und er schaut sich ein paar der chinesischen interessiert an.
Auch sonst findet er nichts Verdächtiges und wir werden wieder zurückbegleitet. Beim Zoll gibt es etwas Verwirrung, weil wir die Zollbescheinigung bei der Ausreise aus Kasachstan schon abgegeben haben. Die Beamtin versucht, unsere Reiseroute nachzuvollziehen und wir müssen unseren 2. Reisepass noch vorzeigen, in dem die entsprechenden Stempel zu sehen sind. Im Nachhinein würden wir nicht noch einmal mit 2 Pässen reisen, es hat auch schon bei der Einreise nach China Probleme gegeben. Besser ist es, alle Visa und Stempel in einem Pass zu haben. Auf jeden Fall klärt sich letztendlich alles auf und die Beamtin füllt das Formular für uns aus. Die Inspektion des Autos ist schnell erledigt. Die Papiere werden nochmal gecheckt und wir geben als Ausreiseort Veseloyarsk an, was auch auf Nachfrage in Ordnung ist.
Gleich hinter der Grenze besorgen wir uns eine SIM-Karte und eine Autoversicherung (45,00 € für 30 Tage). Wir fahren noch ca. 100 km und machen Halt an einem buddhistischen Denkmal. Überhaupt sind hier noch etliche buddhistische Bauwerke zu sehen.



Am nächsten Tag fahren wir über Ulan Ude direkt an den Baikalsees. Der Weg dahin ist eine einzige Schlammpiste mit unzähligen riesigen Löchern. Der Platz ist trotzdem sehr beliebt und etliche Familien haben am Seeufer ihre Zelte aufgebaut. Wir finden auch noch einen freien Platz und genießen unseren Nachtisch aus sibirischen Erdbeeren.





Wir fahren noch ein ganzes Stück am See entlang und westlich an Irtusk vorbei. Unterwegs sind die Straßen gesäumt von riesigen strahlend gelben Rapsfeldern, Sonnenblumenfeldern, blauen Flachsfeldern, blühenden Wiesen und Wäldern.








Die Straßen sind größtenteils ganz ordentlich und wir kommen gut voran.







Unterwegs finden wir immer ein schönes Plätzchen zum Übernachten.








Am 15. Juli erreichen wir nach 2800 km Fahrt die Grenze nach Kasachstan bei Veseloyarsk.
Leider müssen wir hier tatsächlich erfahren, dass wir mit unserem E-Visum nicht ausreisen können. Auch unsere Hinweise, dass doch der Beamte in der russischen Botschaft und auch die Beamten bei der Einreise uns versichert haben, dass wir hier ausreisen können, hilft nicht weiter. Er zeigt uns die Liste mit allen Ein- und Ausreisepunkten, die mit dem E-Visum per Auto genutzt werden können. Keiner davon ist an der Grenze zu Kasachstan. Wir kennen die Liste und haben uns leichtsinnigerweise darauf verlassen, was uns in der russischen Botschaft gesagt wurde. Es war auch zu verlockend, es mit dem E-Visum zu versuchen, für das Transit-Visum hätten wir ein zusätzliches Visum für Kasachstan benötigt und für das Touristenvisum eine Einladung und diverse andere Formalitäten. Es wäre sicher auch machbar gewesen, aber deutlich aufwändiger. Wir hatten uns schon einen Plan B zurechtgelegt und wollen nun direkt an die Grenze nach Georgien fahren.
Die restlichen Länder auf der Seidenstraße: Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan werden wir vielleicht im nächsten Jahr besuchen, weil wir gerne ein weiteres Mal nach China reisen möchten. Walter hat ja von China nicht so viel gesehen, da er wegen des Bandscheibenvorfalls stark beeinträchtigt war. Wir werden sehen, ob es klappt…
Da unser E-Visum nur 16 Tage gültig ist, müssen wir uns nun ein bisschen beeilen, um rechtzeitig die Grenze nach Georgien zu erreichen, es liegen noch ungefähr 4300 Kilometer vor uns, die wir in 9 Tagen bewältigen müssen. Daher bleibt uns keine Zeit, die Landschaft gebührend zu genießen und die ein oder andere Sehenswürdigkeit zu besichtigen…





An manchen Tagen fahren wir 700 Kilometer, wenn es die Straßenverhältnisse zulassen.
Übernachtungsplätze zu finden ist kein Problem, allerdings sind wir auch nicht mehr wählerisch.
Nach insgesamt 7100 Kilometren quer durch Russland erreichen wir die Grenze zu Georgien und können wie erwartet, problemlos mit unserem E-Visum ausreisen.






Ihr seid tatsächlich am Baikalsee gewesen??? Dem tiefsten und wasserreichsten See der Welt? Phantastisch!!! Und das Maleur mit dem E-Visum erklärt tatsächlich warum Ihr so schnell durch Zentralasien gereist seid. Kann verstehen, dass Walter China noch einmal erleben will. Weiterhin Gute Fahrt!
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Vielen lieben Dank, freuen uns auf ein Wiedersehen. Bis dahin bleib gesund 👋😎
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Hab nochmal auf dem (online)Globus 😉 nachgesehen. Ihr seid sozusagen in einem „Ritt“ durch Halbasien gekommen. Hammer!!! 👍👍👍
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Liebe Martina, lieber Walter, meine Güte, Ihr seid aber Abenteurer. Glückwunsch, dass Ihr das alles auch mit dem langen und schnellen Umweg geschafft habt.
Unsere Enkel, die wir gerade in Kiel betreuen, haben gerade Eure Abenteuer gehört und sind völlig platt angesichts der riesigen Kilometer, wo sie doch bald nur 1400 Km mit den Eltern in die Ferien, in die Bretagne fahren werden und vorher schon stöhnen!!
So, und Ihr? Kein Stöhnen, kein Jammern, kein Heimweh? Walter, hast Du Deine Bewerbung inkl. Gehaltsforderung als Seidenstraßen LKW Junkie schon geschrieben?
Und wird die Welt besser? Lernen wir alle aus der Geschichte?
In Kiel ist es an der Förde auch sehr schön; noch eine gute Woche und dann freuen wir uns auf die Erholung zu Hause.
Und jetzt, Ihr Lieben, jetzt immer weiter Kurs nach Westen halten und alles weiter so gut hinkriegen wie bisher. Danke für die Bilder und die Geschichte. Kommt langsam gut heim. Liebe Grüße von Agnes und Meinhard
Bevor die zweite Reise nach China startet, sollten wir uns unbedingt vorher noch einmal, mindestens einmal treffen.
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